Everybody’s on the run…

Ich wurde kürzlich gefragt, was ich eigentlich studiere. Hab ich nicht vergessen, liebe Molly 🙂 . Eigentlich wollte ich sofort etwas dazu schreiben, aber letztlich ist die Geschichte Was ich studiere stark mit dem Warum verknüpft. Und das Warum mit dem Wo. Und das wo… ich könnte so weitermachen.

Dass ich studieren will war für mich schon seit ich denken kann klar. Wenn die Schule gerade mal wieder öde und langweilig war, half mir der Gedanke daran, wie schön es werden würde, im Studium nur noch Sachen zu lernen, die mich interessieren. (Das ist nicht passiert.) Oder, wie ich mich selbst verwirklichen könnte und in andere Fachbereiche hereinschnuppern, schließlich wurde mir von meinem Vater erzählt, wie er nebenbei Theologie- oder Musikgeschichtevorlesungen besucht hat. (Das ist auch nicht passiert.) Und, dass ich für mein Studium weit von daheim wegziehen würde, um auf komplett eigenen Beinen zu stehen. (Das ist so halb passiert.)

Also habe ich mich früh (kam mir so vor), in der neunten Klasse, damit beschäftigt. Erste Frage: „Was mag ich eigentlich?“ Ich wusste aus der Schule, Mathe und Physik sind interessante Fächer. Wirtschaft war auch super. Recht sowieso (ich habe darin später Facharbeit geschrieben). Biologie und Französisch eher so nein. Aber wie bringt man das denn alles unter einen Hut? Mein Wunschprofil war in etwa so spezifisch wie „irgendwas mit Medien“ (wobei Medien ja schon toll… äh, anderes Thema). In der zehnten Klasse habe ich dann herausgefunden, dass man die Suche nach dem Studium super mit persönlicher Zerstreuung kombinieren kann: „Herr Lehrer, da wär so eine Unimesse in GroßerStadt. Da würden wir gern hin.“ „Reicht 1 Tag Befreiung?“ „Oh, das ist so weit weg…“ (Dieses Schema ist wunderbar replizierbar stellte sich heraus)

Ich habe mich also ungefähr mit Allem, was nicht bei drei auf einem Baum war über Studienfächer unterhalten. „BWL kannste alles mit machen“, „studier doch Jura, Jura ist immer gut“, „also, du wärst doch auch ein super Student der geodätischen Anglistik“ (naja, so ähnlich lief das aber tatsächlich meistens). Wirtschaft + Technik, gut, also Wirtschaftsingenieur – so weit war ich irgendwann in der elften Klasse dann. Kann man fast überall studieren und die Fächer sind ja sowieso alle gleich. In der zwölften Klasse habe ich festgestellt, nein, sind sie nicht. In der einen Stadt musst du dich direkt für einen Ingenieur entscheiden, wo anders hast du nur spezielle BWL-Fächer, wieder in einer anderen Stadt war es eine eher generalistische Ingenieursausbildung, und so weiter. Bolognareform, du bist super. Alles ist vergleichbar – aber nichts ist gleich.

Nach dem Abitur dann Wehr… Zivildienst. Da gehöre ich zu den letzten Zwangsverpflichteten Freiwilligen. Inklusive umfangreicher Musterung und der Beurteilung „Beinmuskulatur leicht über Durchschnitt, Oberkörper unter Durchschnitt. Machen Sie doch Schwimmen.“ Da durch Guttenberg der Dienst dann auf 6 Monate begrenzt wurde, war die Frage: Wo kann man denn eigentlich zum Sommersemester anfangen? Bachelor? Nirgends. Wirklich – keine Universität bietet einen Wirtschaftsingenieur (oder vergleichbare Studiengänge) mit Beginn im Sommersemester an. Keine? Im süddeutschen, Doppelt-Abiturjahrgang-gebautelten Bundesland, dem „dicken B“, leistet eine Universität dem Widerstand. (Oh, ein Asterixzitat 🙂 ) Sie liegt hier in der Landeshauptstadt und ist eher technisch – wer die Universität kennt, darf sich freuen 😉 Aber ich nenne sie absichtlich nicht ausdrücklich. Also bitte behaltet das bei.

So bin ich also, nicht so weit weg wie ursprünglich geplant, in einem Studiengang der so nicht geplant war, an einer Universität, an der ich nie studieren wollte, gelandet. (Hier wird dir das „Wir sind Elite“ so konsequent um die Ohren geworfen. Dieses „Wir sind besser“. War eigentlich nie mein Ding.)

Ich bin mir nicht so sicher, ob ich nicht gerade mehr Fragen aufwerfe, als beantworte…noch Fragen? 😉

Der Song stammt aus der Feder von Noel Gallagher und seinen High Flying Birds.

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