Alles endet – aber nie die Musik

Ihr wisst über mich, dass ich gerne auf Konzerte gehe. Ich schätze das, was Künstler darbieten sehr hoch und habe mir grundsätzlich schon immer gern CDs von Künstlern gekauft, die ich gut finde. Und ich nutze den „Ausbeuterdienst“ Spotify seit etwa einem dreiviertel Jahr, ein Streamingdienst, wegen dem Künstler verarmen müssen. So ist der Tenor vieler Artikel und der Künstler, die ihre Werke dort nicht einstellen. Bekanntestes Beispiel war Taylor Swift, die ihre Alben von Spotify löschen ließ.

Natürlich, Künstler verdienen deutlich mehr Geld, wenn ihre Lieder im Radio, (Fernsehen oder auf Partys) gespielt werden. Dabei wird aber vergessen, dass solche Services für Menschengruppen zahlen. Je mehr Menschen den Radiosender hören, desto teurer wird das gespielte Lied. Macht man, wie in der Werbung übrigens, von Tausenderschritten abhängig. Spotify spielt für jeden Nutzer genau die Musik, die dieser hören will. Und zählt, beziehungsweise zahlt jedes gespielte Lied einzeln. Nimmt man statt absoluten Zahlen oder dem Vergleich tausender Leute, die das Lied potentiell gehört haben versus eine Person, die das Lied gehört hat, MUSS doch rein logisch Spotify schlechter zahlen. Insgesamt hat Spotify dennoch im abgelaufenen Jahr 1 Milliarde $ ausgeschüttet. Und genau – heruntergebrochen auf die einzelne Wiedergabe zahlt Spotify deutlich besser als alle Konkurrenz, immerhin etwa 0,7 Cent/Aufruf. Ist ja irgendwie logisch. Beim Radio müssen ja noch Mitarbeiter bezahlt werden, die die Songauswahl treffen und andere Funktionen haben.

Aber, die Künstler verdienen doch trotzdem nichts?!

Das stimmt natürlich. Und dann stimmt es wieder nicht. Spotify schüttet wohl um die 70% ihrer Einnahmen aus, das ist geschätzt etwa der Bruchteil eines Cent pro gespieltem Lied. Ich habe aus Spaß einmal nachgerechnet, wie oft die Lieder eines Solokünstlers gestreamt werden müssen, der 1500€ – also Mindestlohn – brutto verdienen möchte. Na, Tipps? Ich löse auf: Etwa Zweihundertfünfzehntausendmal (215.000 Streams). Um das zu schaffen, muss die Band also schon relativ groß sein. Die klassische Indieband? Keine Chance. Keine Chance? In den USA hat sich eine Band mit dem sogenannten „Silent Album“ ihre Tour finanziert. Wie? Sie haben ein Album, das komplett aus Stille bestand online gestellt – und die Fans aufgefordert, es nachts, im Hintergrund, überall laufen zu lassen. Mit etwas Kreativität kann Spotify also auch positive Effekte haben.

Jetzt zu meinen eigenen Erfahrungen. Ich habe über Spotify ich-habe-keine-Ahnung-wieviele Bands auf dem Weg in die Uni neu kennenlernen gehört. Auf mindestens drei Konzerten wäre ich nicht zahlender Gast gewesen, wenn mich nicht die Lieder auf Spotify überzeugt hätten. Und für meine Streams haben die Bands auch noch ein paar Cent verdient. Es ist schließlich richtig praktisch – ich sehe einen Anschlag für ein neues Konzert, kenne aber die Band nicht? Reinhören. Und wenn sie mir gefällt – empfehle ich sie weiter. Ich kann Freunden ganz einfach neue Musik empfehlen und auch wenn es nur marginal ist, kann die Band etwas daran verdienen. Und genau deswegen bin ich Fan von Spotify.

Und weil ich das wirklich gerne mache, Musik empfehlen, die ich mag und darüber diskutieren, gibt es ab morgen eine neue Rubrik: den „Song der Woche“. Ich hoffe, ihr freut euch drauf 😉

Disclaimer: Ich nutze Spotify, bin aber sonst mit dem Unternehmen in keiner Form verbunden. Ich wurde auch nicht für diesen Eintrag bezahlt, trotz meiner rieesigen Reichweite. 😉

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4 Gedanken zu “Alles endet – aber nie die Musik

    1. Ich weiß ja, wozu der Kommentar gehört 😉 Am besten gefällt mir ja der „Sturm“ (auch eins meiner Lieblingsstücke von Beethoven), aber den gibt es halt leider nur im Album.

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