Mein Leben…

…Leute fragen mich: Ist das dein Leben / Ja, das ist mein Leben / Mein Leben hat Probleme, aber möchte das nicht einsehen / (…) / Erst fragen, dann reden / Mein Leben ist auf Streß aus! [Quelle: Mein Leben von Kraftklub]

Ungefähr so fühlt sich mein Leben momentan auch ein wenig an. Ich meine, ich mag mein Leben. Und ich weiß, ich bin selber für meine Leben verantwortlich. Aber, wie sagt schon der Song: „Mein Leben hasst mich.“

Ich wollte eigentlich gestern schon von meinem Gespräch schreiben. Kurz vorher will ich noch ein wenig ausholen, es gibt momentan drei Dinge in meinem Leben: Ich wäre gern in paar Wochen Bachelor, möchte ab April an meiner Uni in den Master wechseln und dann wäre da der organisatorische Kram fürs Auslandssemester.

So, jetzt habe ich unter der Woche erfahren, dass ich in einer meiner zwei letzten  Klausuren nur eine 4,3 geschrieben habe und damit in die Nachklausur muss. Positiv gesehen: Ich habe aktuell wieder genug zu tun. Negativ: Macht natürlich Lust auf ein Mastergespräch, das Gefühl: Also Bachelor bist du ja noch nicht.

Also dann am Freitag, morgens, ich werde in einen leeren Raum geführt, Aufgabe: Halte ein 15-Minuten Referat über deine Bachelorarbeit. Gefühl: Hey, ich kann das. Schließlich habe ich die Arbeit ja auch selbst geschrieben. Also, Plan gemacht, auf Notizzettel notiert, festgestellt: Handy wär gut (zum Zeitmessen). Ich schaffe es immer wieder, zu überziehen. Ist nicht hilfreich.

Dann im Gespräch. Das Referat passt soweit. Ein wenig Theorie, was habe ich gemacht (Umfrage), und wie. Bis hierhin läuft alles gut. Dann will ich über die Teilnehmer zu meinen Ergebnissen überleiten. Und dann kommt die Frage zur Repräsentativität. Weil meine Teilnehmer hauptsächlich Studenten sind (60% etwa). Ich habe mit vielen Fragen gerechnet, damit nicht.

Hier beginnt dann der unangenehme Teil. Ich weiss keine Antwort. Ich weiss gar nichts mehr. Wie war das doch gleich? Jede Studie soll repräsentativ sein, aber, was macht man, wenn das nicht der Fall ist? Der „nette“ Interviewmensch bohrt immer weiter nach, stellt suggestive Fragen, die mich dann vollends durcheinander bringen. Ich weiss gar nichts mehr. Und meine 15 Minuten sind doch auch schon lange vorbei? Genau. „Oh, ich sehe gerade, unsere Zeit ist um.“

Super. Und ich habe bis jetzt weder etwas von mir, noch meinem Auslandssemester erzählen können. Weil ich nicht entspannt geblieben bin. Weil ich – zum ersten Mal in einer Gesprächssitation – auf eine Frage keine Antwort gefunden habe. Keine.

Zu meinem Abschied darf ich dann, zwischen Tür und Angel, doch noch einen Satz dazu sagen. Natürlich ist mit meiner zuvor verlorengegangenen Eloquenz auch die Antwort darauf in der Retrospektive nur blamables Gestammel. Immerhin kann ich wieder einen normalen deutschen Satz bilden.

Und schon bin ich draussen. Und denke mir: „Jetzt kannst du nur noch auf Gnade hoffen.“

PS: Ich entschuldige mich, dass es gestern kein Lebenszeichen von mir gab. Ich wollte diesen Beitrag schreiben, aber irgendwie wollte kein Schreibfluss zustandekommen. Also zumindest in Teilen ist der Beitrag von gestern. Immerhin.

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2 Gedanken zu “Mein Leben…

  1. Ach lieber Johannes!
    Nicht verzagen, lass Dich davon nicht fertig machen und am Wenigsten von Dir selbst!
    Ich persönlich kenne einige Leute, bei denen es im Studium immer einwandfrei klappt, die konnten alles, wussten alles und waren besser organisiert als ein G9-Gipfel (oder wie viele Länder es mittlerweile auch sein mögen 😉 )
    Mein Studium dagegen war das absolute Chaos, ich schwankte oft zwischen Desorganisation, Unkoordiniertheit und auch schlichtweg Uninformiertheit. Und so geht es nicht Wenigen.
    Also: Kopf hoch, alles menschlich!
    „Ein Sieger ist der, der aufsteht, wo Verlierer liegen bleiben“ 🙂

    Gefällt 1 Person

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