WMF (2) – Existenzangst

Neue Woche, neue Frage im Webmasterfriday. Und diesmal wollte ich rechtzeitiger etwas verfassen, schließlich passt die Frage irgendwie momentan ganz gut zu meinem Leben (oder zumindest meiner Situation) – es geht um Existenzangst (oder –ängste, wenn eine Angst allein nicht reicht). Verbunden damit die Frage: „Hattet ihr schon einmal das Gefühl, dass nichts klappt und es so nicht weitergehen kann?“

Fangen wir mit der Beantwortung der Frage an: Ja klar, ich hatte schon oft das Gefühl, dass nichts klappt. Ständig, immer wieder. Bei verschiedensten Anlässen – sei es Technik die versagt, wenn ich zu spät komme, weil der Nahverkehr wieder nichts auf die Reihe bekommt oder eben auch, wenn ich mir Dinge vornehme und die so nicht funktionieren. Beispiele? Ich wusste genau, wo und was ich nach dem Abitur studieren würde – BÄÄÄM! Zivildienst. Ich wollte mich in einem Verein ehrenamtlich im Vorstand engagieren – ZACK! beschließt einen Tag vorher ein Mädel gegen mich zu kandidieren: Im dritten Wahlgang verloren.

Gerade im Wahlfall oben hatte ich aber das Glück, an einen sehr weisen Menschen zu geraten, der mir riet: „Nimm dir das Ergebnis nicht zu sehr zu Herzen. Es ist eine Momentaufnahme, mehr nicht.“ Und so hätte ich nur ein halbes Jahr später den Posten geschenkt nehmen können – hatte mich da dann aber schon anders orientiert. Und das denke ich auch – jedes Scheitern bietet die Möglichkeit, neu anzufangen, sich zu hinterfragen und neu zu orientieren.

Kommen wir zur Existenzangst, denn wie gesagt, das beschreibt meine Situation ganz gut. Existenzangst kennzeichnet für mich die Situation, in der alles auf dem Spiel steht, es ist aber noch nichts verloren. Ich habe noch genau eine Chance meine letzte Bachelorprüfung zu bestehen – sonst war es das. Kein fertiges Studium, erst recht kein Master und im Zweifel damit verbunden auch ein erheblich einknickendes Selbstwertgefühl.

Dabei geht es mir weniger um die direkten Konsequenzen (Job/Karriere/Geld/Einfluss/bla, Keks), sondern um mich. Seit ich-weiss-nicht-wievielen Jahren, jedenfalls spätestens ab der fünften Klasse, war ich gefühlt Student. In einem Fach welches ich mir selbst aussuchen durfte. Keine ungeliebten Bilder malen in Kunst mehr. Oder unfähige Lehrer in Deutsch ertragen müssen. Ich würde an einer Universität studieren. Mir meine eigenen Kurse aussuchen. Das alles.

Natürlich ist das so exakt nicht eingetreten, aber im Großen und Ganzen kommt es einigermaßen hin. Und dann bekomme ich das nicht auf die Reihe? Bitter, oder? Egal, denn schließlich werde ich das vermeiden und meine Prüfung bestehen.

Wo liegt also das Problem mit der Existenzangst? Letztlich ist es doch eine Kopfsache. Wenn ich durch die Prüfung durchfallen sollte, müsste ich mir irgendein Pivot, anderes Betätigungsfeld, suchen. Klar blöd, aber es gibt doch genügend Möglichkeiten, etwas mit sich anzufangen. Erst weil ich dem Ganzen eine existenzielle Bedeutung zuweise wird es schwierig.

Der Webmasterfriday schließt mit einem „Was würdet ihr anderen als “Tu das bloss nicht!” mit auf den Weg geben?“. Wenn ich mir meinen Text noch einmal durchlesen, kann es darauf nur eine Antwort geben: Glaub bloss nicht, dass deine Situation, egal wie sie sich verändert, ob zum guten oder schlechten, endgültig ist. Möglichkeiten finden sich immer, wenn man bereit ist, sie zu suchen. Oder sich von ihnen finden zu lassen.

In diesem Sinne wünsche ich euch viele Gelegenheiten die euch ohne Existenzängste finden, und…

… eine unglaublich angenehme Woche 🙂

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2 Gedanken zu “WMF (2) – Existenzangst

  1. Oh, DAS Gefühl kenne ich: Man hat sich sein Studienfach selbst ausgesucht und trotzdem läuft es nicht so rund … Wobei das mir mir eher Unmotivation war: Da kann ich endlich genau das machen, was ich will, und gehe trotzdem so oft nicht hin, weil keine Lust, hallo??? 😀
    Jaja, bei den guten alten Dipl./MA-Studiengängen ging das noch! 😉

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    1. Auch das „rund laufen“ liegt ja letztlich im Auge des Betrachters. Ich habe kein Problem mit meinen Noten (auch wenn die meist nicht wirklich gut waren, die Fächer, die mir Spass machen, waren nie schlechter als 2,3), weil: Ich bin überzeugt, hintenraus ist es besser, sich a/b/c zu merken, als mit ner 1,0 alles zu vergessen.
      Und wer zu allen BWL-Vorlesungen geht ist selber Schuld. Das war/ist Zeitverschwendung. (Es gibt gute Profs und gute Kurse. Kenne aber niemand, der sagt „bei mir ist alles ausschließlich super“) Geht auch im Bachelor. Ziemlich gut sogar 😉
      Nervend ist eher das Ding mit dem Master – und jap: Da wars mit Dipl. noch entspannter 😛

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