Song der Woche (5): Anesthesize

Porcupine Tree – Anesthesize

Jede Woche etwas Neues habe ich versprochen – und deswegen muss jetzt nach dem vielen Feelgood (ob M83, Fiva oder Bill Cunliffe) auch mal etwas anderes her. Und was wäre da geeigneter, als einen Song der Progressiven Jungs um Steven Wilson auszuwählen? Ist Progressive Rock doch so etwas wie die hymnische Auseinandersetzung mit dem Andersartigen. Sage ich jetzt mal so.

Und gilt doch Steven Wilson als eines des Masterminds in diesem Genre. Den Song kennengelernt habe ich durch den Drummer der Band, Gavin Harrison, der einen Ausschnitt daraus auf dem Modern Drummer Festival gespielt hat. Modern Drummer ist eine Zeitschrift, die jährlich bekannte Schlagzeuger verschiedener Genres einlädt, vor Publikum zu spielen und anschließend in Frage&Antwort-Sessions zu erklären, wie sie „ihr“ Drumming angehen.

Wer den Song genießen will, sollte mindestens 20 Minuten Zeit mitbringen (der Song dauert Original etwa 18 Minuten). Wer kurz reinhören will, spult nach 05:01 Minuten vor und macht nach 12 Minuten wieder aus.

Die Band/Der Künstler: Porcupine Tree ist eine Band, bevor sie zu einer Band wird. Ausgangspunkt ist Steven Wilson, der sich selbst Gitarre und andere Instrumente beibringt und die Band erfindet, weil er befürchtet, von Plattenlabels allein nicht ernstgenommen zu werden.
Also erfindet er mal eben eine komplette Band: Inklusive Bandmember und Geschichte und der Rest ist – naja, auch Geschichte eben. Für Livekonzerte muss er sich irgendwann doch Mitmusiker suchen und stößt dabei auf Gavin Harrison, der mein absoluter Lieblingsschlagzeuger ist (in Fragen der Technik besonders). Songs schreibt die Band so, dass Wilson erste Aufnahmen anfertigt, sie dann Harrison zuschickt, der sich Drums dazu überlegt.

Liveerfahrung: Nicht live erlebt. Leider. Leider. Leider. Unglaublich doof!

Das Lied: Jaja, das Lied. Wie fasse ich ein Epos in einem Absatz zusammen? Geht nicht. Grob gliedert sich der Song in 3 Abschnitte:Es beginnt sehr ruhig, man könnte sagen:
Für die ersten 5 Minuten hört man eine Ballade, die teils ein wenig „gewollt schief“, beziehungsweise ungewohnt, klingt, die fast nur aus Gitarre und Schlagzeug besteht.
Der zweite Teil wird dann agressiv. Jetzt darf Gavin Harrison zeigen, warum man ihn für einen der weltbesten Drummer hält (und warum mein Schlagzeuglehrer ihn „König der Synkopen“ getauft hat). Zimmert er doch als Intro dafür fast schon ein Schlagzeugsolo hin. Jedenfalls würde es auch ohne Backgroundinstrumente super funktionieren, da bin ich überzeugt. Und genauso episch wie es (um 05:01) losgeht legt er (um 11:10) nach. Ein wunderbares Teilstück. Da kann ich auch nicht neutral drüber schreiben. Für mich definitiv eins meiner Top Musik-Momente!
Nach 12:15 Minuten beginnt dann gewissermaßen das Fade-Out. Es wird sphärisch und durch und durch harmonisch. Mehr muss man dazu nicht sagen – es ist der post-orgasmische Ausklang des Stückes, welches noch eine ganze Weile nachwirken dürfte. So ist es jedes Mal bei mir.

Ich wünsche euch viel Spass mit dem Song, nächste Woche geht es wieder etwas nüchterner weiter 😉

PS: Ihr würdet gern mehr davon hören? Wie wäre es mit einem etwas „kompakteren“ Song? „Fear of a blank planet“ dauert sogar nur etwa 7 Minuten…

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