Die verschlungenen Wege…

…oder: Warum ich morgens viel zu frueh aufstehen muss.

Vorbemerkung:
Shanghai ist groß. Sehr groß. Stellt euch Berlin vor. Ihr wart bestimmt schon mal in Berlin. Wenn nicht, auch nicht schlimm, nehmt einfach die größte, euch bekannte Stadt. Berlin zu Shanghai ist ungefähr der Bevölkerungsfaktor 10. (2010 waren es schon 23 Mio. Einwohner, sagt Wiki. Mir haben Kollegen von über 30 Mio. erzählt.)
Wenn eine Firma in Shanghai eine Fabrik bauen will, kann sie das wegen der hohen Grundstückspreise schlecht mitten im Zentrum machen. Sie geht also in  einen der Vororte. Vorort in China bedeutet, so ab 25 Kilometer vom Stadtkern weg. Eher mehr. Das dauert – und zwar meistens so:

5:45 – mein Wecker klingelt. Snooze-Taste!
5:50 – mein Wecker klingelt schon wieder. Muss ich echt schon..? Ach ne, Snooze!
5:55 – WASISTDENNJETZTSCHONWIEDER??? Ach ja, ich muss aufstehen.
6:10 – ich huepfe unter die Dusche, werfe zwei Toasts in den Toaster.
6:25 – waehrend ich mich anziehe beisse ich hin und wieder in meinen mit Marmelade geschmierten Toast. Dazu mache ich mein erstes Wasser auf (in Shanghai sollte man Leitungswasser nicht trinken)
6:30 – ich verlasse meine Wohnung. Nach ein paar hundert Metern erreiche ich die Ubahnstation
6:35 – auf dem Weg zur Ubahn lasse ich meinen Rucksack roentgen (auch so ein Ding, das hier anders ist. Selbe Sicherheitsstufe wie bei uns am Flughafen. Diese Roentgendinger kennt ihr ja.) und nehme den naechsten Zug.
6:55 – ich komme viel zu frueh an meinem Zielbahnhof (vier Stationen) an.
7:00 – Vom Zielbahnhof sind es dann noch mal etwa 200 Meter. Wenn ich Glueck habe, ist auch schon ein Kollege da.
7:10 – Der Bus kommt. Wir steigen ein.
7:15 – Der Bus faehrt los. Da man in Bussen nicht viel machen kann, versuche ich (meist erfolglos) vor mich hin zu doesen. Wir stehen mal mehr mal weniger im Stau. In der Rush-Hour schafft Shanghai einen Schnitt von 11,7 km/h – Rekord! (also, natuerlich als langsamstes…)
8:10 – (manchmal auch 8:00 oder 8:20, je nach Verkehr:) Ankunft am Firmengelaende.
8:15 – ich gehe zu meinem Spind unraegtd ziehe mich um. Ja, hier traegt jeder, von Arbeiter bis Chef, die selbe Uniform. Ist ziemlich cool. Polohemd, Hose und sogar Schuhe. Alles gestellt.
8:20 – ich bin angekommen, umgezogen und sitze an meinem Platz. Jetzt kann ich den Rechner hochfahren.
8:30 – offizieller Arbeitsbeginn mit dem Morgenappell. Dabei kommen die Teams zusammen und alle bringen sich gegenseitig auf den neuesten Stand. Ich mag das.
8:35 – ich fange an zu arbeiten…indem ich Kaffee hole 😉

PS: Bus verpassen gibt es uebrigens nicht. Es faehrt exakt dieser eine Bus um 7:15. Wer den verpasst kommt nicht mehr zur Arbeit.

PPS: Sorry fuer die doofen Umlaute – aber die fehlen auf der englischen Tastatur halt leider.

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