Der Euro und Griechenland (2)

Hatte ich ja hier schon aus meiner Perspektive beschrieben.

Jetzt ist es also eskaliert.

In Athen sind die Banken zu. In Deutschland rauscht der DAX gen Keller. Alle haben Panik.

Und warum? Weil niemand weiss, was Sache ist.

Glaube ich Tsipras, will ich ihn feiern. Weil er so kuehn ist, eine demokratische Entscheidung im Schuldenstreit zu fordern.

Glaube ich Merkel und der Darstellung von Rest-Euroland (wonach Tsipras & Konsorten die letzten Verhandlungen einfach abgebrochen und das europaeische Angebot ignoriert haben), muss man Tsipras und seine Regierung endgueltig wegen Populismus disqualifizieren.

Im Endeffekt weiss ich also nur: An der (unnoetigen) Diffamierung einer der beiden Parteien haengt das (wirtschaftliche) Schicksal von sehr vielen Menschen. Das scheint in diesen Tagen (also seit Beginn der Wirtschaftskrise) aber nicht allzu viel zu zaehlen.

Ich verweise hier auch nochmal auf meinen alten Arte-Doku-Tipp. Der ist auch parteiisch – aber eine Doku darf das auch. Politik eigentlich nicht.

Bloggen? Keine gute Idee…

Ist nur ein bisschen stark uebertrieben. Aber:

Kaum bloggt man hier, wie das eigene Lieblings-In-Den-Tag-Start-Crepe aussieht, passiert was?

Der Streetfood-Mann ist weg 😦 Einfach so. Vom einen auf den anderen Tag. Ausserdem duscht es hier hart von oben (geht das als ’nicht das Wetter‘ durch?)

Hrmpf!

Der Euro und Griechenland.

Ich weiss. So aus China europäische Politik kommentieren ist komisch. Zunächst. Denn, um mal eins klar zu machen:

Diese f****** Eurokrise nervt so langsam. Die kostet mich bares Geld!

Als ich nach Shanghai kam, war der Wechselkurs schon von vor einem Jahr etwa 8 Renmibi (rmb) auf 6,77 rmb gesunken. Seitdem ich hier bin, ging es noch mal um einen halben rmb auf 6,23 runter. Klingt jetzt nicht dramatisch. Bedeutet aber:

Auf 500 Euro gerechnet fehlt mir der Gegenwert von fast 40 Euro.

Doof, ne? Und alles nur, weil sich die Herren im Eurobereich zu fein sind, nationale (und vor allem parteitaktische) Gründe mal hinten anzustellen und über volkswirtschaftliche Notwendigkeiten zu reden. Und dementsprechend zu handeln!

Es ist jetzt nicht so schwer, zu verstehen, dass ein Grexit keinem hilft. Den Griechen im Zweifel mehr als uns. Und der EU als politische Idee am allerwenigsten.

Daraus folgt, dass wir – ja, so sieht es aus – die Griechen eben unterstützen MüSSEN! Klar, Schuldenschnitt ginge auch, aber das will ja niemand. War 2010 sinnvoll, jetzt auch nicht mehr so krass. Aber es ist die einzige Alternative (wenn man den Grexit rausnimmt). Entweder mehr Geld reinpumpen oder Geld abschreiben.

Ist mir letztlich egal: Aber regelt das endlich und bringt den Euro-zu-RMB-Wechselkurs wieder auf ein annehmbares Niveau!

(Das verteuert meinen geplanten Wandertrip halt auch um 20 Euro nochmal. Toll, nicht?)

Der Arbeitstag (2) – Problemlösungen

Hier also ein weitere Teil aus der Reihe „Wie arbeitet es sich eigentlich so in China?“

Andere Beiträge zum Thema finden sich hier (Teil 1), hier (Pendeln zur Arbeit) und hier (Pendeln nach Hause).

Letzter Stand war also Ankunft im Büro, Morgenmeeting, Kaffee.

Ab 9 Uhr kann ich dann richtig arbeiten. Dabei tippe ich verschiedene Zahlen in mein Laptop (ein Foto der Tastatur findet sich hier) und vergleiche diese mit anderen Zahlen. Aus dem Vergleich ergeben sich dann Schlussfolgerungen, die ich wiederum mit meinem Chef abstimmen muss. Da gibt es dann drei Möglichkeiten:
1) Alles passt so. Kommt in der Praxis aber quasi nicht vor.
2) Die Zahlen passen zwar, aber ich habe irgendwo einen Fehler gemacht. Kam zum Glück bisher nur einmal vor.
3) Mein Ergebnis passt zwar, ausgehend von meinen Zahlen, aber die Zahlen stimmen nicht. Kommt leider hier ziemlich oft vor. Weiterlesen