Der Arbeitstag (2) – Problemlösungen

Hier also ein weitere Teil aus der Reihe „Wie arbeitet es sich eigentlich so in China?“

Andere Beiträge zum Thema finden sich hier (Teil 1), hier (Pendeln zur Arbeit) und hier (Pendeln nach Hause).

Letzter Stand war also Ankunft im Büro, Morgenmeeting, Kaffee.

Ab 9 Uhr kann ich dann richtig arbeiten. Dabei tippe ich verschiedene Zahlen in mein Laptop (ein Foto der Tastatur findet sich hier) und vergleiche diese mit anderen Zahlen. Aus dem Vergleich ergeben sich dann Schlussfolgerungen, die ich wiederum mit meinem Chef abstimmen muss. Da gibt es dann drei Möglichkeiten:
1) Alles passt so. Kommt in der Praxis aber quasi nicht vor.
2) Die Zahlen passen zwar, aber ich habe irgendwo einen Fehler gemacht. Kam zum Glück bisher nur einmal vor.
3) Mein Ergebnis passt zwar, ausgehend von meinen Zahlen, aber die Zahlen stimmen nicht. Kommt leider hier ziemlich oft vor.

Sollten 1) oder 2) eintreten, ist alles gut. Im Fall 2) muss ich halt nacharbeiten. Im Fall 3) aber kann ich ungefähr den Rest des Tages dafür einplanen, herauszufinden, wo eigentlich der Fehler liegt. Habe ich ein altes Dokument? Wenn nein, von wem stammen die Zahlen? Wie komme ich an die korrekten Daten? Dabei darf ich dann meinen sehr beschäftigten Kollegen auf die Nerven gehen, denn schließlich sind es im Kern deren Projekte.

Woran liegt das? In Deutschland hat jede Firma mit Mitarbeitern Geheimhaltungsverträge. Sowas haben wir hier auch, nur dass es keinen interessiert und sich einige Mitarbeiter nun gar nicht daran halten. Wie, wenn ein Mitarbeiter, der bereits gekündigt hat, plötzlich in Meetings sitzt, die überhaupt nichts mit seinem Arbeitsgebiet zu tun haben, 2 Wochen bevor er geht. Warum wohl?

Daraus resultiert eine generelle Skepsis, was Daten angeht. Ich kann nicht mal eben „einfach so“ anfragen, „Hallo Einkauf, könnt ihr mir folgende Zahlen schicken und bestätigen?“ Im Zweifel muss ich meinen Vorgesetzten fragen, der dann den „großen Chef“ unserer Abteilung um ein Dokument anfragen muss, in dem der Chef dann bestätigt, dass ich Zugriff auf besagte Daten bekomme. Dieses geht dann an den entsprechenden Chef der anderen Abteilung. Erst wenn beide das Dokument unterschrieben haben, sendet (hoffentlich) jemand ein Dokument zu mir. So ist der offizielle Weg.

Der Inoffizielle Weg funktioniert dann über mich, meinen Kollegen, unseren (ich nenne das hier mal) Kontaktkollegen, der viel in der anderen Abteilung zu tun hat, und sich darum kümmern kann. Dauert aber eben trotzdem. Vor allem, weil es normalerweise mindestens einmal nötig ist, nachzuhaken, ob die Kollegen das Problem noch auf dem Schirm haben.

Ich weiss, Antworten auf die im letzten Beitrag gestellten Fragen finden sich hier nicht wirklich. Ich dachte aber, das ist vielleicht auch ganz interessant, abgesehen vom „erst das, dann das, dann das“. Dazu gibt es dann den nächsten Beitrag 😉

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